
- Aus dem Germanischen ist der Wortstamm bil- bekannt, für den allerdings eine sichere Erklärung fehlt. Ausgangsbedeutungen wie: Zeichen, Sinnbild, Vorzeichen, angemessen, gerecht, trennen, unterscheiden, beurteilen, deuten, spalten, hauen erscheinen als wahrscheinlich. Gleichgültig, ob es sich um Nomen, Adjektiv oder Verb handelt: Alle Begriffe signalisieren Signifikanz, sind gerichtet auf die klare Heraustrennung eines Gegenstandes oder Bereiches aus der Diffusität der Welt.
- Einen Zusammenhang des Begriffs Bildung mit Bilanz schließen wir, die Wortentwicklung betrachtend, weitgehend aus. Semantisch allerdings sind durchaus Koinzidenzen zu beobachten, bedeutet Bilanz doch: vergleichende Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben. Bildungsprozesse bzw. deren Ergebnis lassen sich durchaus in den Kategorien von Input und Output bewerten. Dagegen hat der Bilch, vulgo bekannt als Haselmaus oder Siebenschläfer, definitiv nichts mit Bildung zu tun, sondern bestenfalls, und auch dass nur in den Kategorien des Aberglaubens, mit mehr oder minder verregneten Sommern.
- Das Verb bilden dagegen hilft uns sehr viel weiter. Seine heutigen Bedeutungen, nämlich formen, gestalten, hervorbringen, darstellen, sein, erziehen, die geistigen Anlagen entwickeln, hatte es zum Teil bereits im 9. Jahrhundert.
- Die altenglischen und altsächsischen Bedeutungen des Wortes, nämlich Gemach zum Weben, Frauengemach unter der Erde sind völlig verloren gegangen.
- Geblieben und verbreitet sind die Bedeutungen Mist, Dünger.